Reisebericht – Glutenfrei in Kroatien

Gefühlt gehen in den letzten Jahren immer mehr Freunde und Kollegen nach Kroatien und schwärmen von dem tollen Land und dem glasklaren Wasser. Das hat mich neugierig gemacht und wir haben beschlossen, dieses Jahr unseren Sommerurlaub dort zu verbringen. Nur leider habe ich bisher eher weniger darüber gelesen, wie es in Kroatien mit glutenfreiem Essen aussieht bzw. dass es nicht ganz so einfach ist. Da ich gerne neue Länder erkunde und nicht immer nach Italien ins glutenfreie Schlemmerparadies möchte, sind wir vorsichtshalber mit zwei Kisten Lebensmitteln losgefahren. Zum Glück hatten wir genügend Platz. Wie es mir in Kroatien ergangen ist und welche Tipps ich Zölis bei der Reise nach Kroatien gerne mitgeben möchte, findet ihr in diesem Beitrag.

Allgemein:
Bei der Recherche habe ich mich gefragt woran es wohl liegt, dass man so wenig über glutenfreie Lebensmittel in Kroatien liest. Auf der Seite der kroatischen Zöliakiegesellschaft habe ich dazu einige Infos gefunden. Zum einen gibt es in Kroatien wenige diagnostizierte Zölis und diese bekommen glutenfreie Grundnahrungsmittel nach Hause geliefert. Dazu kommt, dass es kaum bzw. keine kroatischen Marken für glutenfreie Produkte gibt und die importierten Produkte teuer sind.

Dieser Eindruck hat sich vor Ort bestätigt. Wir waren wirklich in ziemlich jeder Supermarktkette und haben nach glutenfreien Produkten Ausschau gehalten. Wir haben auch fast immer etwas gefunden, aber hauptsächlich Schär und die Spar „free from“ Produkte. Eine lokale Marke haben wir tatsächlich nicht entdeckt. Wer Platz im Auto hat, dem würde ich empfehlen die Grundnahrungsmittel von zu Hause mitzunehmen und darauf zu achten, dass die Möglichkeit besteht einen Backofen zu nutzen. Mir ist bei Ferienwohnungen immer wichtig, dass eine gut ausgestattete Küche dabei ist. Dadurch wahre ich mir die Flexibilität selbst zu kochen, wenn es mit dem Essen im Restaurant doch schwierig ist. Doch dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Restaurant:
Auch wenn ich sehr gerne koche, geniesse ich es natürlich im Urlaub ab und an Essen zu gehen und die lokale Küche auszuprobieren. Die „Bitte an den Koch“ auf kroatisch ist hierfür sehr empfehlenswert. Oft kann das Servicepersonal deutsch oder englisch, aber ich wollte sicher gehen, dass wirklich klar ist, was ich benötige. Insgesamt bin ich damit sehr gut zurechtgekommen. Es gab dann immer ein Stück gegrilltes Fleisch mit Beilage (die meistens Mangold mit Kartoffeln war) und Fisch wäre natürlich genauso möglich gewesen. Mit anderen Gerichten wurde es dann aber tatsächlich eher schwierig und wir haben aufgrund der Abwechlung dann doch auch mal in der Ferienwohnung gekocht.

Highligts:
Mein absolutes Highlight war das Rica in Rijeka. Das Cafe ist komplett glutenfrei und bietet neben Kuchen und Brot auch Pizza und belegte Sandwiches an. Die Auswahl war so groß, dass ich mich gar nicht entscheiden konnte.

Am Ende gab es ein Sandwich mit Schinken und Käse, das vor dem Servieren getoastet wurde und zum Nachtisch eine Schoko-Haselnuss-Torte. Beides war sehr lecker und ich war pappsatt. Wir haben noch ein Körnerbaguette und Brötchen mitgenommen, die auch am nächsten Tag noch saftig waren.

Zusätzlich möchte ich noch das Coffee&Cake in Zadar erwähnen. Das kleine aber sehr moderne Café liegt mitten in der kleinen Altstadt von Zadar und bietet die Frühstücksvariationen auch mit glutenfreiem Brot an. Ich hatte ein sehr leckeres Toast mit Avocadocreme, Tomaten und Fetakäse. Spezialität des Cafés sind die Kuchen, die unglaublich lecker aussehen. Leider waren diese nicht glutenfrei. Es gab zwar einen Kuchen ohne Mehl, von dem wurde mir aber abgeraten aufgrund von möglicher Kontamination. Sehr schade, aber hat mir gezeigt, dass sich das Personal mit der Thematik gut auskennt.

Fazit:
Die Landschaft, die reiche Historie und das klare Wasser haben mir in Kroatien sehr gut gefallen und ich kann mir gut vorstellen, wiederzukommen. Als Zöli Bedarf es etwas mehr Recherche und Vorbereitung als in manchen anderen Ländern aber ich habe das nicht als Problem empfunden und bin immer satt geworden.